Im Herzen des Elsass
Ein Haus im Lauf der Zeit
Es gibt Häuser, in denen man einfach wohnt – und andere, die die Jahrhunderte durchquert zu haben scheinen und dabei etwas von all jenen bewahrt haben, die in ihnen gelebt haben.
Au Fil du Temps gehört zu diesen Häusern.
Zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert erbaut und immer wieder verändert, war dieser ehemalige elsässische Bauernhof lange Zeit ein Ort des Lebens und der Arbeit, geprägt insbesondere von seiner Vergangenheit als Weingut. Seine verschiedenen Gebäude, der große Innenhof, die Holzvertäfelungen und großzügigen Räume erzählen noch heute von den Generationen, die hier aufeinanderfolgten.
Als wir das Haus entdeckten, wollten wir es nicht verändern, sondern seine Seele bewahren und ihm zugleich neues Leben einhauchen. Die Restaurierung wurde daher mit großem Respekt vor seiner Architektur und Geschichte durchgeführt. Dabei legten wir besonderen Wert auf historische Materialien, traditionelle Handwerkskunst und auf alles, was erhalten oder wiederverwendet werden konnte.
Auch im Inneren setzt die Zeit ihr Werk fort. Antike Möbel, Gemälde, Fundstücke und überlieferte Objekte, Stoffe und Holzvertäfelungen schaffen eine Atmosphäre, die nicht versucht, die Vergangenheit nachzubilden – sondern sie ganz selbstverständlich mit der Gegenwart in einen Dialog treten lässt.
So besitzt jedes Zimmer seinen eigenen Charakter und seine eigene Geschichte. Einige tragen sogar die Erinnerung an jene Menschen weiter, die das Haus vor uns geprägt haben.
Heute ist Au Fil du Temps ein Gästehaus, doch vor allem bleibt es ein lebendiges Haus. Hier wird gefrühstückt, Gäste werden empfangen, man kommt an einem Tisch zusammen, die Türen zum Garten öffnen sich und die Jahreszeiten werden gefeiert.
Uns gefällt der Gedanke, dass jeder Gast, der über die Schwelle tritt, auf seine Weise einige Zeilen zu dieser langen Geschichte hinzufügt.
Denn vielleicht liegt der wahre Luxus hier ganz einfach darin: für ein paar Tage in einem Haus zu wohnen, das ein Gedächtnis besitzt.
Ein Garten zwischen Natur und Fantasie
Hinter den historischen Gebäuden von Au Fil du Temps eröffnet sich eine andere Welt.
Auf nahezu 4.000 m² ist im Laufe der Zeit ein freier, romantischer Garten entstanden, inspiriert vom Geist englischer Landschaftsgärten. Hunderte von Rosenstöcken mischen sich mit Stauden, Bäumen und den Pflanzen des Gemüsegartens; ein Gewächshaus verbirgt sich in der Vegetation, ein Teich bietet Libellen und Fröschen Lebensraum, während zahlreiche Rückzugsorte für Vögel, Igel, Eichhörnchen und andere Gartenbewohner erhalten wurden.
Der Spaziergang beginnt im großen Innenhof des Bauernhauses unter den Zweigen eines majestätischen alten Kastanienbaums. Von dort führen die Wege immer weiter vom Haus fort, und der Garten wird nach und nach geheimnisvoller.
Denn bei Au Fil du Temps begegnen sich Natur und Fantasie.
Am Rand eines Weges tauchen zauberhafte Schlösser und Dörfer auf – kleine Welten, verborgen zwischen den Pflanzen. Weiter hinten, im Grün versteckt, scheint das Hexenhaus direkt einem Märchen entsprungen zu sein.
Diese Kreationen sind eine Hommage an die Geschichten, Glaubensvorstellungen und volkstümlichen Legenden des Elsass – einer Region, deren Wälder, Ruinen und Dörfer über Jahrhunderte eine Welt des Wunderbaren genährt haben, mal heiter und licht, mal geheimnisvoll und rätselhaft.
Doch der Garten ist keine starre Kulisse. Er lebt im Rhythmus der Jahreszeiten und seiner Bewohner. Auf die Rosen folgen die Farben des Herbstes, der Gemüsegarten verändert sich, die Vögel kehren zurück, das Laub verschwindet und beginnt von Neuem zu wachsen.
Bänke, Tische und verborgene Winkel laden dazu ein, den Spaziergang zu unterbrechen. Sich hinzusetzen. Zu beobachten. Zu lauschen.
Und vielleicht jene kindliche Vorstellungskraft wiederzufinden, die uns einst glauben ließ, dass am Ende eines Weges, hinter einem Baum oder am Rand eines Teiches noch immer eine andere Welt existieren könnte.
Maïté
Jacques